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CARE Klima-Index 2018: Stimmung in der Pflege kühlt weiter ab

Den Ergebnissen des heute in Berlin vorgestellten CARE Klima-Index 2018 zufolge kommen die gesetzlich eingeleiteten Veränderungen nicht in der Pflege an. „Die Stimmung in der Pflegebranche ist im Vergleich zum Vorjahr weiter abgekühlt“, sagt Stephanie Hollaus, Projektverantwortliche des CARE Klima-Index Deutschland. Den Pflegebevollmächtigten Andreas Westerfellhaus (Foto) "verwundern" die Ergebnisse.

Für 2018 beträgt der Psyma CARE Klima-Index 95,3. Damit ist das Klima im Vergleich zum Basisjahr 2017 um -4,7 Punkte abgekühlt. Die Ergebnisse zeigen: Die Pflege fühlt sich weiterhin nicht ausreichend von der Politik vertreten. 74 % der Befragten geben an, dass der Stellenwert des Themas Pflege in der Politik nur von niedriger Relevanz sei und beurteilen ihn damit, angesichts laufender politischer Initiativen durchaus überraschend, um 5 %-Punkte schlechter als im Vorjahr. Auch das gesellschaftliche Ansehen der Berufsgruppe schätzen die Befragten niedriger ein, die Wahrnehmung sinkt um weitere 10 %-Punkte: 38 % der Befragten meinen, der gesellschaftliche Stellenwert der Pflege sei geringwertiger als der von anderen Berufsgruppen.

Westerfellhaus: Ergebnisse werfen Fragen auf

Über diese Ergebnisse sei er „verwundert“, teilte Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, in einem Pressestatement mit. „Dass der Stellenwert der Pflege in der Politik in diesem Jahr niedriger wahrgenommen wird als 2017, wirft Fragen auf“, so Westerfellhaus, stehe die Pflege doch „ganz oben auf der politischen Agenda – die bereits verabschiedeten Gesetze belegen dies“. So sei die Fachkräftegewinnung und langfristige Berufsbindung ein zentrales Thema der Gesundheitspolitik, um die Versorgung der Patienten und Pflegebedürftigen auch zukünftig zu sichern.

Ursache für die Erhebungsergebnisse könnte das Image des Berufes durch die schwierigen Arbeitsbedingungen sein, vermutet Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats e. V.: „Die schon chronisch hohe Arbeitsbelastung prägt die Stimmung der Berufsgruppe und immer mehr Menschen erfahren die Probleme hautnah.“ So entstehe auch der damit verbundene allgemeine Eindruck von der Versorgungsqualität. Denn während die Pflegeversorgung 2017 von 24 % der Befragten als qualitativ mangelhaft eingeschätzt wurde, sind es 2018 bereits 29 %.

DPR-Präsident Wagner: „Positive Veränderungen im Arbeitsalltag nicht spürbar“

Unverändert skeptisch bleibt der Blick in die Zukunft: Wie im vergangenen Jahr gehen 42 % der Befragten davon aus, dass die Pflegeversorgung in Zukunft nur teilweise sichergestellt ist. Sogar 46 % gehen im Jahr 2018 davon aus, dass sie nicht sichergestellt ist, im Jahr 2017 lag dieser Wert noch bei 42 %. Die Patientensicherheit beurteilt, wie auch im Jahr zuvor, die Hälfte der Befragten als „teilweise gewährleistet“. „Insgesamt sind bei den Pflegefachpersonen vor Ort bisher keine positiven Veränderungen im realen Arbeitsalltag zu spüren“, schlussfolgert Franz Wagner. Denn der Anteil derer, die „schlechte“ Werte für die Arbeitsbedingungen der Pflegefachpersonen aussprechen, steigt weiter: Während 2017 bereits 51 % der Befragten die Bedingungen als „schlecht“ beurteilten, stieg dieser Wert im Jahr 2018 auf 60 %. „Deshalb – und um Vertrauen zu bilden – fordert der Deutsche Pflegerat insgesamt 100.000 Stellen zusätzlich zu schaffen und diese fest zuzusagen“, insistiert Franz Wagner.

Der CARE Klima-Index

Der CARE Klima-Index wurde vom unabhängigen Befragungsinstitut Psyma in Kooperation mit dem Deutschen Pflegerat e.V. und der Schlüterschen Verlagsgesellschaft als Veranstalter des Deutschen Pflegetags konzipiert und realisiert. Der CARE Klima-Index ermittelt einmal jährlich die Stimmung im Zukunftsmarkt Pflege. Er bildet damit ein valides Stimmungsbild mit fundierten Trendaussagen ab. Nach der Erhebung im Basisjahr 2017, der eigentlichen Nullmessung, liegen mit den Ergebnissen aus 2018 Vergleichswerte zu allen Antworten vor, woraus erstmalig Indexwerte errechnet werden konnten. Befragt wurden insgesamt 2.226 Personen – darunter vor allem Pflegefachpersonen, zu Pflegende und ihre Angehörigen, aber auch Ärzte- und Apothekerschaft, Industrie und Kostenträger sowie Verbände und Kommunen.

Mehr zum Thema lesen Sie in Ausgaben 3-2019 des sgpREPORT.

Im Dateianhang finden Sie die Statements von Staatssekretär Westerfellhaus und Pflegerats-Präsident Wagner sowie die wichtigsten Ergebnisse des CARE Klima Indexes.

Psyma Statement und Kernergebnisse_CARE Klima Index

180114_Westerfellhaus_Statement_Care_Klima_Index_redigiert_os_nh

© Nora Landmann

Statement Franz Wagner, Präsident Deutscher Pflegerat

CARE Klima Index 2018

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