Pflegepolitik

DEVAP und VKAD treiben die Debatte um die Pflegeversicherung voran

VKAD und DEVAP stellen gemeinsam „fact sheets“ zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung vor. Braucht die Altenhilfe ein neues, ein effizienteres Pflegesystem? Dieser Frage gehen Dr. Hanno Heil, Vorsitzender des VKAD, und Dr. Bodo de Vries, Vorstandsvorsitzender des DEVAP, am 15. März beim Deutschen Pflegetag nach. Jetzt anmelden: https://deutscher-pflegetag.de/

Schon der Auftakt hat für politischen Diskussionsstoff gesorgt: Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e. V. (VKAD) und der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege e. V. (DEVAP) haben im Oktober 2018 ihr gemeinsames Impulspapier zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung und die damit verbundenen Reformvorschläge für eine solidarisch bezahlbare, zivilgesellschaftlich verortete Pflege vorgestellt. Das Papier (hier im Anhang) hat in der Pflegebranche und bei politisch Verantwortlichen bereits breite Beachtung gefunden.

Neue gemeinsame Kampagne

Mit ihrer nun gestarteten Kampagne ziehen VKAD und DEVAP auch weiterhin konfessionsübergreifend „an einem Strang“, damit die Diskussion um eine nachhaltige Neuordnung der Pflegeversicherung weiter Fahrt aufnimmt.

„Zum Beginn unserer Kampagne verdeutlichen wir: Der Eigenanteil für einen Platz im Pflegeheim ist schon jetzt viel zu hoch. Zugleich steigt dieser aber immer weiter an“, erklärt Dr. Bodo de Vries, Vorstandsvorsitzender des DEVAP. „Im Bundesdurchschnitt lag der Eigenanteil aller Kosten - Investitionskosten, Unterkunft und Verpflegung, Ausbildungsumlage und pflegebedingte Kosten - bereits im letzten Sommer bei 1.831 Euro pro Monat. Wohlgemerkt: Im Bundesdurchschnitt! In Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, hat der Anteil bereits im Sommer 2018 die Grenze von monatlich 2.300 Euro überstiegen - und zwar deutlich. Deswegen gewinnt die Forderung von VKAD und DEVAP, die bestehende Pflegeversicherung endlich zu einer echten Pflegeteilkaskoversicherung weiterzuentwickeln, immer mehr an Bedeutung“, so de Vries.

Kernforderungen zur Umgestaltung der Pflegeversicherung

Vom Positionspapier hin zu „fact sheets“: So lässt sich die öffentlichkeitswirksame Aufbereitung der Standpunkte zusammenfassen. VKAD und DEVAP planen, die Kernforderungen des Positionspapiers aus dem letzten Jahr nach und nach auf jeweils einer Seite in noch konzentrierterer Form als bisher vorzustellen. "Für die von uns geforderte Weiterentwicklung der Pflegeversicherung ist eine kontinuierliche Diskussion um dieses zukunftsweisende Thema erforderlich - und klar ist: Das Gebot der Stunde heißt Sockel-Spitze-Tausch", sagt de Vries.

„Die Pflegeversicherung ist so umzugestalten, dass die Betroffenen künftig nur einen fixen Sockelbetrag für ihre pflegebedingten Kosten zahlen. Die Höhe dieses Sockelbetrages ist politisch festzulegen und muss das Risiko der Sozialhilfebedürftigkeit deutlich mindern. Die darüber liegende, aufgrund von Personalkostensteigerungen wachsende Kostenspitze muss von der Pflegeversicherung getragen wer-den, womöglich mit einem Steuerzuschuss. Auch das ist eine politische Entscheidung - und eine drängende“, betont Dr. Hanno Heil, Vorsitzender des VKAD.

Die beiden großen kirchlichen Fachverbände für Altenarbeit und Pflege DEVAP und VKAD setzen sich auf Bundesebene seit Jahrzehnten für die Belange der Altenhilfe in Deutschland ein. Die Bundes-fachverbände vertreten über 2.200 stationäre Einrichtungen der Altenhilfe, über 1.500 ambulante gesundheits- und sozialpflegerische Dienste, rund 200 Altenpflegeschulen mit der entsprechenden Zahl an Ausbildungsplätzen sowie zahlreiche Altentagesstätten, Initiativen und Selbsthilfegruppen.

Pflegepolitik live: Beim Deutschen Pflegetag diskutieren

Tipp: Beim Deutschen Pflegetag laden die Fachverbände DEVAP und VKAD am 15. März (14 - 15.30 Uhr) zur einer pflegepolitischen Debatte ein: Braucht die Altenhilfe ein neues, ein effizienteres Pflegesystem? Die Themenblöcke:

  • Gestern ein neues Pflegestärkungsgesetz, heute der Kollaps der Altenhilfe

  • Ambulant, teilstationär, stationär – ein Plädoyer für die Auflösung der Sektoren

  • Infos hier

  • Tickets hier

© Techtmann, Dr., Gero

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