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Hier ist die Liste: Die 100 größten Pflegeheimbetreiber

Konsolidierung und Wachstum: Sebastian Deppe (Foto) und Andreas Wende von NAI apollo healthcare haben ihre Gesamtliste der 100 größten Pflegeheimbetreiber in Deutschland zugänglich gemacht. Sie finden diese interessante Liste zur Pflegemarktanalyse hier im Anhang zum Download.

Was für eine Fleißarbeit: In der neu aufgelegten Untersuchung "Top 100 Betreiber" des Frankfurter Gesundheitsimmobilienspezialisten NAI apollo healthcare haben Sebastian Deppe und Andreas Wende erstmals einige Betreiberunternehmen aufgenommen, deren Wachstumsstärke auch durch die vielen Nennungen in den Dailynews vom sgpREPORT dokumentiert wird: Genannt seien hier insbesondere Dorea, Convivo, Charleston und die neue Emvia, die im Jahr 2017 als Grundstock 46 Heime von Marseille übernommen hatte und inzwischen 18 weitere Häuser ans Netz bringen will.

Konsolidierungswelle bestätigt

Gleichzeitig haben Deppe und Wende die wahrgenommene Konsolidierungswelle auf der Betreiberseite dokumentieren können. "Während in 2016 die 100 größten Pflegeheimbetreiber noch einen Marktanteil von 32% hatten, beträgt der Marktanteil in 2018 schon über 40%", folgern sie aus ihren Zahlen.

Um mehr als lediglich Zahl der Häuser und Plätze abzubilden, haben sie ihr Ranking um Auslastungsquoten, Pflegenoten, Investkosten und weitere Kennziffern ergänzt. Trotzdem ist auch dieses Ranking auch eine Momentausnahme. So ist Dorea auch schon wieder um einige Häuser gewachsen.

Strategiewechsel zur Ambulantisierung kann Sinn machen

Ein Strategiewechsel von Unternehmen kann in einer solchen Liste nicht erfasst werden, wenn Betreiber z.B. statt in das stationäre Angebot nun in Ambulantisierung und Wohngruppenkonzepte mit Tagespflege investieren.

Dazu Sebastian Deppe: "Besonders die neuen, kleineren Akteure setzen auf Servicewohnen, Wohnparks mit eigenen Bungalows und einer 24h-Abdeckung durch ambulante Pflegedienste. Aus Sicht von Immobilieninvestoren und Kreditinstituten macht dies Sinn: Die Einrichtung ist dann nicht mehr zwingend eine Betreiberimmobilie mit dem Risiko eines Totalausfalls des Pächters, sondern vielmehr ein Wohninvestment, oft sogar ohne Generalmieter. Das Risiko von Totalausfällen ist vor dem Hintergrund des sich weiter verschlimmernden Fachkraftmangels nicht mehr nur eine theoretische Bedrohung. Ganz zu schweigen von den gesetzlichen Vorgaben zur baulichen Beschaffenheit, Zimmergrößen, Einzelzimmerquoten und Personalschlüsseln sowie der Preisautonomie – im (noch) fast unregulierten Bereich des Seniorenwohnens lässt es sich als Betreiber eigentlich viel besser wirtschaften."

Sein Fazit: "Die starke Fragmentierung der Branche ist nach wie vor deutlich ablesbar. Es ist aber fraglich, ob sich das Tempo der Konsolidierung wirklich beschleunigt. So lange es noch funktionierende regionale Cluster und Verbünde gibt, die innerhalb einer Gruppe Synergien haben, können diese auch allein überleben, wie z.B. die zahlreichen freigemeinnützigen Betreiber.

In Zukunft müsste noch eine Erweiterung auf den Bereich des Seniorenwohnens, der Wohngruppen und der Tagespflege erfolgen, damit eine ganzheitliche Sicht eingenommen werden kann."

  • Methodik: Gegenstand der Analyse waren vollstationäre Pflegeplätze sowie Kurzzeitpflegeplätze. Ausgeklammert wurden alle Formen des Seniorenwohnens inkl. der ambulant betreuten Wohngruppen und Pflege-WG sowie Tagespflegen. Die Zahlen basieren auf den jährlichen MDK-Transparenzberichten und werden laufend aktualisiert. Quelle sind neben vielen Vergleichsportalen auch die Internetauftritte der Unternehmen selber. Berücksichtigt werden nur die Häuser, die bereits eröffnet sind und einen Eintrag in den Vergleichsportalen haben. Für ca. 90% der Einrichtungen konnten Auslastungsdaten erhoben werden. Zwar ist diese Quote eine Momentaufnahme, jedoch zeigt der langjährige Vergleich, dass sich durchaus stabile Trends ergeben haben.

Top 100_stationärePflege_2018.xlsx

© deppe