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Terranus-Prognose: Köln braucht 50 neue Pflegeheime bis 2040

Der Terranus-„Bedarfskompass“ prognostiziert für Köln ein massives Versorgungsproblem mit Pflegeplätzen. Zu Herausforderungen wie diesen - die nicht nur die Rhein-Metropole betreffen - positioniert sich Terranus-GeschäftsführerMarkus Bienentreu (Foto) heute live auf der EXPO REAL in München in der vom sgpREPORT moderierten Paneldiskussion „Innovativ bauen und erfolgreich investieren“.

Um das aktuelle Versorgungsniveau zu halten, müssen laut Terranus in Köln bis 2040 rund 3.900 neue Plätze geschaffen werden. Derzeit ist der dafür erforderliche Zubau nicht annähernd in Reichweite. „Die Versorgungslage für Pflegebedürftige in Köln ist schon jetzt außerordentlich angespannt. Viele Pflegebedürftige finden keinen Platz und müssen sich im Kölner Umland einen Pflegeplatz suchen“, sagt Markus Bienentreu, Geschäftsführer der Kölner Pflegeheim-Beratung TERRANUS. Gleichzeitig wächst laut der Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamts die Altersgruppe 65+ in Köln bis 2040 um fast 50 Prozent. „Wenn in Köln nicht massiv in den Neubau von Pflegeheimen investiert wird, steuern wir dort auf eine dramatische Unterversorgung zu.“

Das Problem: Kaum geeignetes Bauland vorhanden

Mit 97,8 Prozent liegt die Auslastung der Kölner Pflegeeinrichtungen bereits deutlich über dem Bundesdurchschnitt (92,4 Prozent). Rechnet man noch die Betten hinzu, die aufgrund des akuten Personalmangels nicht belegbar sind, ergibt sich sogar schon jetzt in vielen Stadtteilen eine Unterversorgung. Zur Verschärfung beigetragen hat auch die seit August 2018 geltende Einbettzimmerquote: In Bestandsimmobilien beträgt sie seitdem 80 Prozent, in Neubauten 100 Prozent. Damit sank die Zahl der Betten pro Einrichtung erheblich.

Der Versorgungsgrad, d.h. dem Anteil der über 65-Jährigen, der in Pflegeheimen versorgt wird, liegt in Köln mit 4,27 Prozent noch im unteren Mittelfeld. In anderen Großstädten, etwa Berlin (4,84 Prozent) und Hamburg (5,28 Prozent) ist er zum Teil deutlich höher – ebenfalls ein klarer Hinweis darauf, dass in Köln nicht genügend Pflegeplätze zur Verfügung stehen. Insgesamt ist damit zu rechnen, dass der Versorgungsgrad künftig eher steigt. Grund ist, dass die alternde Babyboomer-Generation weniger Kinder hat. Konstellationen, in denen Senioren zu Hause von Familienmitgliedern gepflegt werden, dürften daher in Zukunft weiter rückläufig sein.

Allein um das aktuelle Versorgungsniveau zu halten, müssen laut Terranus-„Bedarfskompass“ in Köln bis zum Jahr 2040 rund 47,6 Prozent zusätzliche Pflegeplätze geschaffen werden. Bei einer aktuellen Bettenzahl von rund 8.200 entspricht dies einem Zubau von über 3.900 Plätzen. „Konkret bedeutet das, in Köln müssten in den nächsten 20 Jahren über 50 neue Pflegeheime gebaut werden“, so Bienentreu. „Es gibt aber kaum geeignetes Bauland, und die Grundstückspreise sind im Betrieb nicht refinanzierbar.“

Die Pflegeheim-Beratung TERRANUS veröffentlicht seit Anfang 2019 den „Bedarfskompass“, ein Prognosetool zur Bestimmung des Pflegeheim-Bedarfs in deutschen Großstädten.

Aktueller Veranstaltungs-Tipp

Neben Markus Bienentreu diskutieren heute viele weitere Expertinnen und Experten auf der EXPO REAL in vom sgpREPORT moderierten Diskussionsforen die aktuellen Herausforderungen und Trends - unter den Themenzuschnitten: „Innovativ bauen und erfolgreich investieren“ ab 10 Uhr, sowie „Wie Betreiber auf neue Anforderungen reagieren und profitable Marktnischen besetzen“.

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